Da ist eine Rechnung, die jeden Sommer wiederkehrt und die fast niemand kommen sieht: die für Maritime Roaming. Das ist nicht das normale Roaming, es fällt nicht unter die EU-Flatrate und wird pro Megabyte abgerechnet, nicht pro Giga. Das Schlimmste ist, dass man nichts tun muss, damit es explodiert: es reicht, das Handy in der Kabine eingeschaltet zu lassen, während das Schiff die Küste hinter sich lässt. In diesem Leitfaden erkläre ich dir genau, was das ist, warum das EU-Recht dich hier nicht schützt, was es wirklich kostet und wie du dein Telefon vor dem Ablegen absicherst.
Was ist Maritime Roaming und warum es nicht normales Roaming ist
Maritime Roaming ist die Verbindung über die schiffseigene Antenne, wenn kein terrestrisches Netz mehr verfügbar ist. Es ist nicht das Netz von Spanien oder Italien: es ist ein privates Netz an Bord, das die Signale per Satellit überträgt. Es wird pro Megabyte abgerechnet, mit Preisen zwischen 12 und 36 €/MB in den veröffentlichten spanischen Tarifen, und fällt nicht unter das EU-Roaming ohne Aufpreis.
Es lohnt sich, den Mechanismus zu verstehen, denn er erklärt alles Weitere. Ein modernes Kreuzfahrtschiff hat eigene Picocells installiert: kleine Antennen, verteilt über die Decks, die ein ganz normales 3G/4G-Signal aussenden. Dein Handy sieht es als ein weiteres Netz und hängt sich dran, ohne zu fragen, genauso wie es sich bei der Landung in Neapel an Vodafone Italien hängen würde.
Der Unterschied liegt darin, was hinter dieser Antenne steckt. An Land ist die Antenne per Glasfaser mit dem Netz des Betreibers verbunden. Auf dem Schiff ist die Antenne mit einer Satellitenverbindung verbunden, deren Unterhalt ein Vermögen kostet. Diese Verbindung bezahlt jemand, und dieser Jemand bist du, multipliziert mit der Marge des maritimen Betreibers und der Marge deiner spanischen Gesellschaft.
Deshalb hat der Preis nichts mit dem an Land zu tun: du kaufst keine Daten, du kaufst Satellitenkapazität. Das ist derselbe Grund, warum das WLAN an Bord auch nicht billig ist. Wenn du einen vollständigen Überblick über die Verbindungsmöglichkeiten während einer Kreuzfahrt haben möchtest, habe ich das in diesem Leitfaden über Internet auf einer Kreuzfahrt ausgeführt.
Warum die EU-Flatrate dich zwischen Barcelona und Rom nicht schützt
Das ist der Punkt, der die meisten Diskussionen auslöst und der am meisten Geld kostet. Die Intuition des Passagiers ist tadellos: „Ich reise von einem EU-Land in ein anderes EU-Land, auf einem Schiff mit europäischer Flagge, also gilt für mich Roam Like at Home.“ Falsch. Und zwar nicht wegen einer Kleinigkeit, sondern wegen des Wortlauts der Verordnung.
Die EU-Roaming-Verordnung, verlängert bis 2032, regelt das Roaming in terrestrischen Mobilfunknetzen. Die Europäische Kommission sagt es in ihrem offiziellen FAQ-Dokument zum Roaming klipp und klar: „EU roaming rules apply only to terrestrial mobile networks“, und fügt hinzu, dass Dienste, die über nicht-terrestrische Netze wie Satellitensysteme an Bord von Schiffen oder Flugzeugen erbracht werden, nicht den verbindlichen Preisobergrenzen unterliegen.
Der Schlüssel liegt darin, dass das Netz des Schiffes zu keinem Mitgliedstaat gehört. Technisch wird es mit einem gemeinsamen internationalen Code identifiziert – der Vorwahl 901 –, die weder zu Spanien, noch zu Italien, noch zu irgendeinem Land gehört. Ohne Land gibt es keine „EU-Zone“, die angewendet werden kann, und ohne EU-Zone gibt es keine Flatrate und keine Preisgrenzen.
Die praktische Konsequenz ist brutal: Die Route des Schiffes ist völlig egal. Du kannst von Barcelona nach Civitavecchia segeln, ohne europäische Gewässer zu verlassen, und trotzdem den ganzen Weg den Satellitentarif bezahlen. Maßgeblich ist nicht, wo du bist, sondern mit welchem Netz dein Telefon verbunden ist.
Wer steckt hinter der Antenne auf dem Schiff: Cellular at Sea und WMS
Wenn du auf dem Display deines Handys mitten auf der Überfahrt den Netznamen siehst, wirst du nicht „Movistar“ oder „MSC“ sehen. Du wirst so etwas wie Cellular at Sea, 901-14, Maritime oder WMS sehen. Das ist der maritime Betreiber, der Zwischenhändler, der das Bordnetz aufbaut und betreibt.
Der Markt ist sehr konzentriert. Wireless Maritime Services (WMS), das kommerziell unter der Marke Cellular at Sea auftritt, stattet einen Großteil der weltweiten Kreuzfahrtflotte aus. In Europa und auf Fähren trifft man auch häufig auf nordische maritime Betreiber. Sie alle funktionieren gleich: sie installieren die Picocells, buchen die Satellitenverbindung und schließen Roaming-Vereinbarungen mit nationalen Betreibern auf der ganzen Welt.
Hier liegt das Detail, das den Endpreis erklärt. Du hast keinen Vertrag mit WMS: dein Vertrag ist mit deinem spanischen Betreiber. Wenn sich dein Handy mit dem Bordnetz verbindet, gibt deine Gesellschaft die Kosten, die der maritime Betreiber ihr berechnet, zuzüglich ihrer eigenen Marge an dich weiter. Niemand verhandelt für dich, und niemand hat einen Anreiz, diesen Betrag zu senken.
Deshalb deckt keine Reise-Datenkarte – egal welche Marke – die Navigation auf hoher See ab: es gibt keine vernünftigen Großhandelsabkommen mit diesen Netzen, und wer dir das Gegenteil sagt, verkauft dir heiße Luft. Es ist ehrlich, es klar zu sagen: auf hoher See, entweder Schiffs-WLAN oder gar nichts.
Was es wirklich kostet: pro MB, pro Minute und pro SMS
Kommen wir zu den Zahlen. Wichtiger Hinweis: Diese Tarife ändern sich und hängen vom konkreten maritimen Betreiber ab, der dein Schiff ausstattet, also betrachte sie als Spanne und bestätige sie auf der Website deiner Gesellschaft vor dem Einschiffen. Trotzdem ist die Größenordnung immer dieselbe.
| Leistung | Im terrestrischen EU-Roaming | Im maritimen Netz (übliche Spanne) |
|---|---|---|
| Daten | In deinem Tarif enthalten, ohne Aufpreis | 12–36 €/MB je nach spanischem Betreiber |
| Daten (internationaler Referenzwert) | — | 5–25 $/MB je nach Gesellschaft |
| Getätigter Anruf | In deinen Minuten enthalten | 7–11 €/min + Verbindungsentgelt von 0,70–2,50 € |
| Empfangener Anruf | Kostenlos | Wird ebenfalls berechnet, zum Maritimen Tarif |
| Gesendete SMS | Enthalten | Ab 0,50 € pro Nachricht |
Übersetzt in etwas Verständliches: bei 30 €/MB würde ein einziges Giga über 30.000 € kosten. Das ist kein Tippfehler. Deshalb werden Kreuzfahrtrechnungen nicht in Gigas gemessen, sondern in einzelnen Megas, und deshalb kann ein Hintergrund-Update von 40 MB mehr wert sein als der Tagesausflug.
Vergleiche das mit dem, was du für Daten auf einer normalen Reise außerhalb der EU zahlst, und du wirst sehen, dass sie nicht einmal in derselben Liga spielen: ich habe es Zahl für Zahl im Leitfaden über wie viel internationales Roaming kostet aufgeschlüsselt.
Gibt es Empfang auf hoher See? Wann schaltet dein Handy auf das Bordnetz um
Ja, es gibt Empfang auf hoher See, und genau das ist das Problem. Gäbe es keinen, würde das Handy ohne Signal bleiben und nichts passieren. Was passiert, ist, dass es ein Signal gibt, es ist gut, und es ist extrem teuer.
Der Zeitpunkt des Umschaltens hängt von der Entfernung zur Küste und der Politik der Reederei ab. Als Faustregel gilt, dass das Bordnetz aktiviert wird, wenn das Schiff die 12 Seemeilen – die Grenze der Hoheitsgewässer – überschreitet, obwohl viele Reedereien es je nach Route und lokalen Vereinbarungen früher oder später einschalten. In Gebieten wie dem Mittelmeer oder der Adria, mit sehr nahen Küsten, ist es üblich, während eines Großteils der Überfahrt weiterhin das terrestrische Netz eines Landes zu empfangen.
Und da liegt die feine Falle: Dein Telefon wechselt zwischen den beiden hin und her, ohne dich zu warnen. Eine Stunde bist du im Netz eines italienischen Betreibers, mit deinen üblichen Gigas, und in der nächsten bist du im Bordnetz und zahlst pro Megabyte. Außer du schaust auf den Netznamen auf dem Display, wirst du es nicht merken.
Die EU-Verordnung schreibt vor, dass deine Gesellschaft dir eine informative SMS schicken muss, wenn du dich mit einem Satellitennetz verbindest, mit den Preisen und der Möglichkeit einer automatischen Abschaltung bei Erreichen eines bestimmten Betrags. Es ist gut, dass es das gibt, aber mach es nicht zu deinem Verteidigungsplan: die Warnung kommt, wenn du bereits verbunden bist, und die Betragsgrenze funktioniert in nicht-terrestrischen Netzen nicht immer gleich. Überprüfe es mit deinem Betreiber, wenn du darauf angewiesen sein willst.
Die Horror-Rechnungen: wie sie entstehen, ohne dass du das Handy anfasst
Der große Fehler ist zu denken, dass du nur Daten verbrauchst, wenn du eine App öffnest. Bei einem modernen Handy läuft der Großteil des Datenverkehrs von allein: Foto-Backups, E-Mail-Synchronisation, App-Updates, Push-Benachrichtigungen, Karten, die die Gegend vorladen, der Podcast, der die nächste Folge herunterlädt. All das läuft weiter, auch wenn du das Telefon in der Tasche hast.
Diese Tabelle hilft zu verstehen, warum die Rechnung so schnell explodiert. Die Verbräuche sind ungefähre Angaben und dienen dazu, die Größenordnung zu verdeutlichen, bei einem Referenztarif von 20 €/MB.
| Hintergrundaktivität | Typischer Verbrauch | Ungefähre Kosten bei 20 €/MB |
|---|---|---|
| E-Mail mit Anhängen synchronisieren | 5 MB | 100 € |
| Automatisches Backup von 20 Fotos | 60 MB | 1.200 € |
| Drei Apps im Hintergrund aktualisieren | 150 MB | 3.000 € |
| Eine Minute Video in sozialen Netzwerken | 25 MB | 500 € |
| 30 Fotos in einer Messenger-Gruppe empfangen | 45 MB | 900 € |
Die Geschichten, die in Kreuzfahrt-Foren kursieren, folgen immer diesem Muster: niemand erzählt, dass er auf hoher See Serien geschaut hat. Sie erzählen, dass sie das Handy „für alle Fälle“ eingeschaltet hatten und dass das Backup mitten in der Nacht von allein aktiviert wurde, während sie schliefen. Rechnungen von mehreren hundert oder tausend Euro für eine Unachtsamkeit in einer Nacht.
Wenn dich der allgemeine Mechanismus interessiert, wie Daten außer Haus entweichen, habe ich das im Detail im Leitfaden über mobile Daten im Ausland erklärt.
Das Telefon vor dem Ablegen absichern: die Einstellungen, eine nach der anderen
Die gute Nachricht ist, dass die Vermeidung kostenlos ist und drei Minuten dauert. Ich mache das immer, bevor ich die Gangway betrete, nicht danach, weil das Schiff manchmal das Bordnetz früher einschaltet, als man denkt. Das ist der genaue Weg für jede Einstellung in beiden Systemen.
| Was tun | Beim iPhone | Bei Android |
|---|---|---|
| Flugmodus beim Ablegen | Kontrollzentrum > Flugzeug-Symbol | Schnelleinstellungen > Flugmodus |
| WLAN eingeschaltet bei aktivem Flugmodus | Kontrollzentrum > WLAN-Symbol | Schnelleinstellungen > Wi-Fi |
| Daten-Roaming deaktivieren | Einstellungen > Mobiles Netz > Optionen > Daten-Roaming | Einstellungen > Netzwerk > Mobilfunknetz > Daten-Roaming |
| Hintergrundaktualisierung unterbrechen | Einstellungen > Allgemein > Hintergrundaktualisierung > Aus | Einstellungen > Apps > Hintergrunddaten (oder Datensparmodus) |
| Foto-Backups stoppen | Einstellungen > Fotos > iCloud > nur WLAN | Foto-App > Backup > nur WLAN |
| Anrufe über das Bordnetz vermeiden | Einstellungen > Mobiles Netz > Leitung deaktivieren | Einstellungen > Netzwerk > SIM deaktivieren |
Die goldene Regel ist die erste: Flugmodus beim Ablegen und WLAN darüber eingeschaltet. Damit kann sich das Telefon nicht mit dem Bordnetz verbinden, selbst wenn es wollte, und du kannst weiterhin das Schiffs-WLAN nutzen, wenn du es gebucht hast. Lade vorher Karten, Serien und Musik im WLAN des Hotels oder des Hafens herunter. Und denk daran, dass Anrufe und SMS über dieselbe Antenne kommen und separat vom Datenvolumen abgerechnet werden. Weitere Spartricks gibt es im Leitfaden zum Datensparen auf Reisen.
Uhren, Tablets und alles, was eine eigene Leitung hat
Hier passieren die Hälfte der Schreckmomente, weil der Passagier das Handy absichert und den Rest der Geräte vergisst, die er dabeihat. Und mehrere von ihnen haben ihre eigene Leitung, mit eigener Nummer und eigener Rechnung.
Der tückischste Fall ist die Smartwatch mit eigener eSIM. Eine Apple Watch Cellular oder eine Galaxy Watch LTE sind nicht vom Handy abhängig: sie haben ihre eigene Leitung, normalerweise als „Multi-SIM“ deines Tarifs gebucht, und verbinden sich eigenständig. Wenn du das Telefon in den Flugmodus versetzt, aber die Uhr weiter aktiv ist, hängt sich die Uhr an die Bordantenne und synchronisiert Benachrichtigungen, Aktivität und Musik die ganze Nacht. Der Flugmodus der Uhr wird über ihr eigenes Einstellungsmenü aktiviert.
Die Liste der üblichen Verdächtigen ist länger, als man denkt:
- Uhren und Armbänder mit eigener eSIM oder LTE.
- Tablets mit SIM- oder eSIM-Slot, besonders die der Kinder.
- GPS-Tracker und Kinderuhren mit Karte.
- Laptops mit integriertem Modem.
- Das Diensthandy, das fast niemand konfiguriert.
- Kameras und Drohnen mit mobiler Verbindung.
Meine Routine: in der Nacht vor dem Einschiffen sammle ich alle Geräte mit eigener Leitung auf dem Tisch und gehe sie einzeln durch. Klingt übertrieben, aber das Gerät, das vergessen wird, ist immer das, das die Rechnung schreibt. Wenn ihr als Familie reist, überprüft auch die Handys der Teenager: sie haben die meisten Apps, die ständig synchronisieren.
Schiffs-WLAN vs. Daten in den Häfen: die Zahlen
Wenn man schon Geld ausgibt, ist die richtige Frage nicht „wie bekomme ich günstiges Internet auf hoher See“ – das gibt es nicht –, sondern „wie viel Verbindung brauche ich wirklich und wo lohnt es sich, dafür zu zahlen?“. Und da unterscheiden sich die Zahlen stark je nach Reiseprofil.
| Option | Richtpreis | Kosten bei einer 7-Nächte-Kreuzfahrt | Für wen sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Basis-WLAN-Paket des Schiffes (Surfen und Messaging) | 9–12 €/Tag pro Gerät | 63–84 € pro Person | Wer täglich erreichbar sein muss |
| Premium-WLAN-Paket mit Video und Videoanrufen | 17–18,50 €/Tag pro Gerät | 119–130 € pro Person | Wer im Homeoffice arbeitet oder Videoanrufe tätigt |
| WLAN-Paket im Voraus gekauft | Bis zu 50 % weniger bei Buchung Wochen vorher | 35–65 € pro Person | Wer weiß, dass er es auf jeden Fall brauchen wird |
| Nur Daten in den Häfen mit einer Reise-Datenkarte | Ein paar Euro pro Giga, Festpreis | In der Regel weniger als zwei Tage Schiffs-WLAN | Wer sich damit zufriedengibt, sich an Land zu verbinden |
| Maritimes Roaming ohne Kontrolle | 12–36 €/MB | Hunderte oder Tausende Euro | Niemand, niemals |
Zwei ehrliche Anmerkungen. Erstens: Wenn dein Job davon abhängt, an Bord verbunden zu sein, lohnt sich das Premium-Paket des Schiffes, und es im Voraus über die App der Reederei zu kaufen, ist das Klügste, was du tun kannst. Zweitens: Wenn es dir reicht, zu Hause Bescheid zu sagen, Fotos hochzuladen und den Hafenplan anzusehen, reichen die Hafenaufenthalte völlig aus. Eine Kreuzfahrt verbringt zwischen 6 und 10 Stunden an Land bei jedem Stopp, und dort nutzt du dein Handy wirklich. Um deinen tatsächlichen Verbrauch zu berechnen, wirf einen Blick auf wie viele Daten du für Reisen brauchst.
Mittelmeer-Kreuzfahrt: der Fall, der am meisten verwirrt
Das Mittelmeer verdient einen eigenen Absatz, weil sich dort die meisten Leute in Sicherheit wiegen. Die typischen Routen – Barcelona, Marseille, Genua, Civitavecchia, Neapel, Palma – reihen Häfen der Europäischen Union aneinander, und der Passagier geht davon aus, dass er von Anfang bis Ende abgedeckt ist. Wir haben schon gesehen: nein, was zählt, ist das Netz, nicht die Flagge des Hafens.
Allerdings hat das Mittelmeer einen echten Vorteil: die Entfernungen sind kurz und die Küste ist nah. In vielen Nachtfahrten segelt das Schiff in Reichweite der terrestrischen Antennen, und das Handy bleibt mit dem Netz von Spanien, Frankreich oder Italien zu deinem normalen Tarif verbunden. Das führt dazu, dass viele Leute eine ganze Woche ohne Zwischenfälle überstehen … und dass die Überraschung umso größer ist, wenn sie sich doch einmal von der Küste entfernen.
Es gibt zwei Szenarien, die man im Auge behalten sollte. Die langen Überfahrten ohne Zwischenstopp, wie die Überquerungen zu den griechischen Inseln oder die Fahrt zu den Balearen in der Nacht, und die Stopps in Nicht-EU-Ländern: Tunesien, Marokko, Türkei, Ägypten, Montenegro oder Israel fallen nicht unter das EU-Roaming, selbst wenn man an Land ist.
Dieser zweite Punkt wird von den meisten übersehen. Du gehst in Tunesien von Bord, schaltest dein Handy ein, denkst, du seist noch „in Europa“, und bist in vollem internationalem Roaming. Das ist genau das Szenario, in dem ein von zu Hause gekaufter Datenplan den Unterschied macht; ich habe die beiden Wege in eSIM vs. Roaming verglichen.
Mein Verbindungsplan für eine Woche Kreuzfahrt
Ich erzähle dir, was ich mache, und das ist dasselbe, was ich jedem erkläre, der mich vor dem Einschiffen fragt. Es hat kein Geheimnis und funktioniert im Mittelmeer genauso gut wie in der Karibik.
Orange fasst es besser zusammen als ich auf seiner eigenen Hilfeseite zur maritimen Abdeckung: „Die Roaming-Bedingungen der EU-Zone und anderer Zonen gelten nicht.“ Wenn dein Betreiber dir das so klar sagt, dann ist es ernst.
Der Plan, Schritt für Schritt:
- Tage vorher: Ich kaufe und installiere den Datenplan für das Reiseziel, mit dem WLAN zu Hause. Ich überprüfe, ob er funktioniert, bevor ich losfahre.
- Die Nacht vorher: Ich lade Offline-Karten von jedem Hafen, Serien und Musik herunter. Ich überprüfe alle Geräte mit eigener Leitung, einschließlich der Uhr.
- Vor dem Einschiffen: Ich deaktiviere das Daten-Roaming meiner spanischen Leitung und die Hintergrundaktualisierung.
- Beim Ablegen: Flugmodus und WLAN eingeschaltet. Wenn ich ein Bordpaket gebucht habe, nutze ich es über WLAN; wenn nicht, trenne ich die Verbindung und gut ist.
- Beim Anlegen im Hafen: Ich schalte den Flugmodus aus, der Datenplan aktiviert sich, und ich habe Karten und Messaging für den ganzen Tag an Land.
- Bei der Rückkehr zum Schiff: Wieder Flugmodus, bevor ich die Gangway betrete. Dieser Schritt wird am häufigsten vergessen.
Dieser Kreislauf von „Flugmodus an Bord, Daten an Land“ ist das ganze Geheimnis. Es zu einer automatischen Geste zu machen kostet einen Tag Kreuzfahrt und erspart dir die einzige Rechnung, die dir einen bereits bezahlten Urlaub verderben kann.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es auf hoher See Empfang mit meinem normalen Handy?
Ja, und das ist die Gefahr. Das Schiff sendet sein eigenes Signal über Picocells, die per Satellit verbunden sind, also wirst du mitten im Ozean Empfangsbalken sehen. Es ist nicht das Netz eines Landes: es ist das Netz des Schiffes, und es wird pro Megabyte zu Satellitenpreisen abgerechnet.
Deckt das kostenlose EU-Roaming mich auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt ab?
Nein, auf hoher See nicht. Die Europäische Kommission stellt klar, dass die Roaming-Regeln nur für terrestrische Mobilfunknetze gelten. Solange du mit einer Landantenne verbunden bist – Küste, Fluss oder Hafen – surfst du mit deinem Tarif; sobald das Bordnetz aktiv wird, verschwindet dieser Schutz, selbst wenn du von Barcelona nach Rom fährst.
Was kostet ein Megabyte Maritimes Roaming?
Zwischen 12 und 36 € pro MB in den veröffentlichten spanischen Tarifen. Die internationalen Referenzwerte liegen bei 5 bis 25 Dollar pro MB. Sie variieren je nach maritimem Betreiber des Schiffes und deiner Gesellschaft, also bestätige den genauen Betrag vor dem Einschiffen.
Gibt mir eine Reise-Datenkarte mitten auf dem Meer Internet?
Nein, und wer dir das sagt, lügt. Keine Reise-Datenkarte deckt die satellitengestützten Bordnetze ab, weil es keine Großhandelsabkommen mit ihnen gibt. Was sie sehr gut lösen, sind die Hafenaufenthalte und die Küstenschifffahrt.
Reicht es, das Handy nicht zu benutzen, um nichts zu bezahlen?
Nein, das reicht nicht: die Apps verbrauchen von allein. Foto-Backups, E-Mails, Updates und Benachrichtigungen synchronisieren sich im Hintergrund, auch wenn das Telefon in der Tasche ist. Die einzig zuverlässige Verteidigung ist der Flugmodus, nicht die Willenskraft.
Kann auch meine Smartwatch eine Rechnung verursachen?
Ja, wenn sie eine eigene Leitung hat. Eine Uhr mit eSIM oder LTE verbindet sich eigenständig mit dem Bordnetz, selbst wenn das Handy im Flugmodus ist. Aktiviere den Flugmodus über ihre eigenen Einstellungen und überprüfe ebenso Tablets, Tracker und das Diensthandy.
Warnt mich mein Betreiber, bevor er den Maritimen Tarif berechnet?
Sollte er, aber die Warnung kommt zu spät. Die EU-Verordnung schreibt vor, dass bei Verbindung mit einem Satellitennetz eine informative SMS mit Preisen und der Option einer Betragsgrenze gesendet werden muss. Die Warnung kommt, wenn du bereits verbunden bist, und die Grenze verhält sich außerhalb terrestrischer Netze nicht immer gleich.
Lohnt sich das WLAN-Paket des Schiffes?
Kommt darauf an, ob du täglich Verbindung brauchst. Zwischen 9 und 18,50 € pro Tag und Gerät, eine Woche kostet 63-130 € pro Person; bei Vorabkauf über die App der Reederei kann es bis zur Hälfte günstiger sein. Wenn du dich nur in den Häfen verbinden willst, brauchst du es nicht.
Fazit
Ich fasse das Wesentliche zusammen. Auf hoher See gibt es Empfang, aber es ist der des Schiffes selbst: ein Satellitennetz, das zu keinem Land gehört und das deshalb nicht unter das EU-Roaming ohne Aufpreis fällt, selbst wenn du zwischen zwei EU-Häfen segelst. Hier wird pro Megabyte bezahlt, mit Spannen von 12 bis 36 € in den spanischen Tarifen, und die Horror-Rechnungen werden nicht durch Videos verursacht: sie werden durch Apps verursacht, die mitten in der Nacht von allein synchronisieren.
Die Verteidigung ist einfach und kostenlos: Flugmodus beim Ablegen mit eingeschaltetem WLAN, Daten-Roaming vor dem Einschiffen deaktiviert, Hintergrundaktualisierung ausgeschaltet und eine Überprüfung aller Geräte mit eigener Leitung, einschließlich der Uhr. Drei Minuten Einstellungen sind mehr wert als jede Reiseversicherung.
Und für die Hafenaufenthalte, wo du dein Handy wirklich nutzt, lass den Datenplan von zu Hause gekauft: hier hast du unsere eSIM für Europa mit 33 Ländern. Du gehst in Marseille, Neapel oder Palma von Bord, schaltest den Flugmodus aus und hast Karten und Messaging für den ganzen Tag für einen Bruchteil dessen, was ein Tag Schiffs-WLAN kostet.






