Bevor wir loslegen, klären wir, um welches Land es hier geht – denn da wird gerne mal durcheinandergeworfen: Wenn ich Internet in Guinea sage, meine ich die Republik Guinea, die mit der Hauptstadt Conakry, dem Fouta-Djallon-Massiv und dem Bauxit. Nicht Guinea-Bissau, nicht Äquatorialguinea und schon gar nicht Papua-Neuguinea. Das sind vier verschiedene Länder, mit verschiedenen Anbietern, verschiedenen Währungen und verschiedenen Preisen – und mit einer Karte für das falsche Land zu landen, ist ein Fehler, der teuer wird, und zwar genau im falschen Moment. Klar soweit? Dann los: Wie du dich bei der Ankunft verbindest, was es wirklich kostet und auf welchen Straßen im Fouta du ohne Signal dastehst.
Um welches Guinea es geht (und wie du online kommst)
Kurze Antwort: In der Republik Guinea gibt es kein EU-Roaming, also hast du echt nur die Wahl zwischen einer eSIM, die du vor dem Abflug aktivierst, einer lokalen SIM von Orange, MTN oder Cellcom (mit Reisepass) oder dem Hotel-WLAN. Die eSIM ist am bequemsten, die lokale SIM am günstigsten.
Die Republik Guinea (manchmal auch „Guinea-Conakry“ genannt, um sie zu unterscheiden) liegt an der Atlantikküste Westafrikas, zwischen Guinea-Bissau und Senegal im Norden, Mali im Nordosten, der Elfenbeinküste im Osten sowie Sierra Leone und Liberia im Süden. Sie hat rund 14 Millionen Einwohner, die Amtssprache ist Französisch und die Währung ist der Guinea-Franc (GNF).
Die drei häufigsten Verwechslungen sind diese – und es ist gut, sie zu kennen, bevor du irgendwas kaufst:
- Guinea-Bissau: ein viel kleineres Land, ehemalige portugiesische Kolonie, Hauptstadt Bissau, Währung ist der CFA-Franc (XOF). Andere Anbieter.
- Äquatorialguinea: ehemalige spanische Kolonie, Hauptstadt Malabo (auf der Insel Bioko) und Bata auf dem Festland, Währung ist der CFA-Franc (XAF). Es ist das einzige spanischsprachige Land Afrikas – und deshalb glauben viele in Spanien, dass „Guinea“ das hier ist.
- Papua-Neuguinea: in Ozeanien, 14.000 km entfernt. Teilt den Namen nur durch einen historischen Zufall.
Wenn dein Flug am internationalen Flughafen Ahmed Sékou Touré in Conakry (CKY) landet und deine Reise dich nach Dalaba, Pita oder Labé führt, bist du im Guinea dieses Guides. Und der Punkt, der deinen digitalen Rucksack am meisten betrifft, ist einfach: dein heimischer Tarif gilt hier nicht, egal wie viel „ganz Europa“ er verspricht.
Wie ist das Netz in Guinea wirklich?
Der guineische Markt wird von drei Betreibern aufgeteilt, und die Verteilung ist bei Weitem nicht ausgeglichen: Orange Guinée hat etwa 60 % der Leitungen, MTN (Areeba) rund 30 % und Cellcom die restlichen 10 %. Dieser Anteil hat eine sehr praktische Folge: Wo es nur eine Antenne gibt, ist sie fast immer von Orange.
Guinea ist über das Unterseekabel ACE (Africa Coast to Europe) mit der Welt verbunden, das seit 2012 in Conakri an Land kommt. Das bedeutet, dass die Hauptstadt einen ordentlichen internationalen Zugang hat und das Netz, wenn es läuft, richtig gut läuft. Das Problem ist nicht das Kabel, sondern die letzte Meile.
4G wurde von Orange in Conakri 2019 eingeführt und es ist immer noch der Betreiber mit der größten Abdeckung. Außerhalb der Hauptstadtachse und der großen Städte (Kindia, Mamou, Labé, Kankan, Nzérékoré) fällt man normalerweise auf 3G zurück, und auf Nebenstraßen und in Dörfern im Landesinneren auf 2G/EDGE: ausreichend für WhatsApp-Textnachrichten und Anrufe, aber nicht zum Hochladen von Videos oder für Videoanrufe.
Es gibt zwei Faktoren, die die Situation verschlechtern und die dir fast niemand sagt. Der erste sind Stromausfälle: Viele Basisstationen sind auf Generatoren angewiesen, und wenn der Generator kein Diesel mehr hat, schaltet sich die Antenne ab, auch wenn dein Handy volle Balken anzeigt. Der zweite ist die Regenzeit von Juni bis Oktober, in der Gewitter die Signale verschlechtern und alles verlangsamen. Im Fouta-Djallon kommt das Gelände noch dazu. Es ist ein nutzbares Netz, aber kein europäisches, und es ist sinnvoll, die Reise mit Zeiten ohne Verbindung einzuplanen.
Die vier Optionen auf einen Blick
Für einen Reisenden aus Deutschland, der in Conakri landet, gibt es genau vier Möglichkeiten, Daten zu bekommen, und jede hat ihre Stärken in einem anderen Szenario. Hier ist ein ehrlicher Vergleich, mit allen Nachteilen:
| Option | Ungefähre Kosten | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Roaming deutsch | Sehr hoch (Tarif „Rest der Welt“) | Du tust nichts, es funktioniert bei der Landung | Guinea ist außerhalb der EU; viele Tarife schließen es nicht in ihre Reiseoptionen ein |
| Hotel-WLAN | Inklusive oder kostenlos | Keine Extrakosten, gut in gehobenen Hotels in Conakri | Langsam, geteilt, fällt bei Stromausfall aus; außerhalb der Hauptstadt nicht vorhanden |
| Lokale SIM | Ab 5.000 GNF für die SIM (≈ 0,50 €) + Aufladung | Die mit Abstand günstigste Option; guineische Nummer | Erfordert Reisepass und Registrierung, physisches Geschäft, Menüs auf Französisch und USSD-Codes |
| eSIM | Datenplan vor dem Abflug gebucht | In Minuten aktiviert, ohne Schlangen oder Papierkram, du behältst deine deutsche Nummer | Du brauchst ein kompatibles Handy und musst die eSIM vor dem Abflug per WLAN herunterladen |
Meine Zusammenfassung ohne Schnörkel: Wenn du drei Wochen bleibst, Französisch sprichst und nichts dagegen hast, einen Vormittag in einem Orange-Laden in Conakri zu verbringen, ist die lokale SIM preislich unschlagbar. Wenn du eine Woche bleibst, nachts landest, Bescheid geben musst, dass du angekommen bist, und dich nicht mit der biometrischen Registrierung herumschlagen willst, erspart dir die eSIM den Ärger für ein paar Euro mehr. Und Roaming ist, außer im Notfall, die teuerste Art, genau das Gleiche zu tun.
Roaming: Guinea liegt außerhalb der EU – das merkt man
Das müssen wir zuerst klarmachen: Guinea gehört nicht zur Europäischen Union oder zum Europäischen Wirtschaftsraum, daher gilt die „Roam Like at Home“-Regelung – die dir erlaubt, deine Gigabytes in Frankreich oder Portugal ohne Aufpreis zu nutzen – hier nicht. Es ist auch keine Region in äußerster Randlage wie die Kanaren, Guadeloupe oder Réunion, wo sie gelten würde. Guinea fällt in die Kategorie, die Betreiber „Rest der Welt“ oder „Zone 3/4“ nennen – und die ist teuer.
Zwei Szenarien, beide schlecht:
- Ohne gebuchtes Paket: Du wirst pro Megabyte zu Straftarifen abgerechnet. Ein paar WhatsApp-Videos und ein paar Hintergrundaktualisierungen können zu einer dreistelligen Rechnung führen. Das klassische „Ich hab nichts angefasst, es hat sich selbst verbunden“.
- Mit Reiseoption: Die internationalen Tagespässe der deutschen Anbieter kosten oft deutlich mehr als ein lokaler Datenplan für die gesamte Reise und haben eine lächerliche Megabyte-Grenze. Und Achtung, denn viele „World Roaming“-Optionen decken Guinea nicht einmal ab: Die Liste der abgedeckten Länder variiert und Guinea fällt oft raus.
Die teure Überraschung kommt nicht am Flughafen. Sie kommt drei Wochen später, wenn die Belastung auf dem Konto erscheint und es nichts mehr zu diskutieren gibt.
Bevor du fliegst, geh in den Kundenbereich deines Anbieters und prüfe buchstäblich, ob „Guinea“ in der Liste der abgedeckten Länder deines Pakets steht, und prüfe gleichzeitig, ob das Land die Republik Guinea und nicht Guinea-Bissau oder Äquatorialguinea ist: In diesen Listen werden sie ständig verwechselt. Wenn du Zweifel an den tatsächlichen Kosten hast, findest du die Aufschlüsselung unter wie viel internationales Roaming kostet und den direkten Vergleich unter eSIM vs Roaming. Und wenn du dich letztendlich entscheidest, nichts zu buchen, deaktiviere die mobilen Daten im Flugzeug und rühre sie nicht an, bis du eine andere Lösung hast.
Das WLAN in Hotels und Cafés: nützlich, aber kein Plan
In Conakry gibt es WLAN. In den gehobenen Hotels in Kaloum (dem Verwaltungszentrum auf der Halbinsel) und in Kipé oder Ratoma funktioniert es für E-Mails, Nachrichten und kurze Videoanrufe recht gut. Die Restaurants und Cafés, die auf Expatriates und Mitarbeiter der Bergbauunternehmen ausgerichtet sind, haben meist ebenfalls ein Netz und teilen es problemlos. So weit die gute Nachricht.
Das Schlechte ist der ganze Rest. Das guineische WLAN hängt vom Strom ab, und der Strom in Conakry kommt und geht: Wenn die Versorgung ausfällt, verstummt der Router, selbst wenn das Hotel einen Generator für die Beleuchtung hat. In mittleren Hotels wird die Bandbreite auf alle Gäste aufgeteilt, sodass du um neun Uhr abends Modemgeschwindigkeit haben kannst. Und außerhalb der Hauptstadt – in Dalaba, Pita, Labé oder jedem Lager im Fouta – von WLAN zu sprechen, ist direkt optimistisch: Normalerweise teilt die Unterkunft ihre eigene mobile Verbindung, du nutzt also dasselbe Netz wie mit einer SIM, aber schlechter und mit mehr Leuten obendrauf.
Ich empfehle hier auch keinen Pocket-WLAN-Router: Es ist ein zusätzliches Gerät zum Mitnehmen, funktioniert auf derselben Mobilfunkabdeckung des Landes (keine Zauberei) und die Miete ist an einem Reiseziel mit wenig Tourismusmarkt teuer und schwer zu organisieren. Ich erkläre das im Vergleich eSIM vs. Pocket-WLAN. Mein praktischer Rat: Nutze das Hotel-WLAN für schwere Sachen – Karten herunterladen, Fotos hochladen, Backups – und hab deine eigenen Daten für alles, was außerhalb des Zimmers passiert, wo du sie wirklich brauchst.
Lokale SIM: Orange, MTN Areeba und Cellcom
Eine guineische SIM zu kaufen ist günstig und recht einfach, solange du deinen Reisepass dabei hast. Die Identifizierung ist gesetzlich vorgeschrieben: Die Regulierungsbehörde verlangt, dass jede SIM auf den Namen einer identifizierten Person registriert wird, mit Reisepass für Ausländer (oder nationalem Ausweis für Einwohner und Bürger der ECOWAS), und begrenzt die Anzahl der Leitungen auf drei Karten pro Dokument und Anbieter. Im Laden machen sie ein Foto von dir und füllen ein Formular aus; es dauert in der Regel zwischen zehn Minuten und einer halben Stunde, je nach Schlange.
| Anbieter | Prepaid-SIM | Daten (Richtwerte) | Netz und Abdeckung |
|---|---|---|---|
| Orange Guinée | Ab 5.000 GNF (≈0,50 €); Touristenpakete von 20.000–50.000 GNF | Tagespass ab 980 GNF (~350 MB); Woche ab 14.000 GNF (~1,8 GB); Monat ab 50.000 GNF (≈5 €) | Die beste des Landes. 4G in Conakry und größeren Städten, 3G im Rest |
| MTN (Areeba) | Ab etwa 5.000 GNF, normalerweise mit Startguthaben und SMS-Begrüßung | Tages-, Wochen- und Monatspässe in ähnlichen Preislagen wie Orange | Zweitbeste Abdeckung; in Conakry stark vertreten, schwächer im Landesinneren |
| Cellcom | Die günstigste der drei | Aggressive Aktionen, vor allem für Sprach- und Nachtdaten | Deutlich geringere Abdeckung außerhalb städtischer Gebiete |
Aufladungen erfolgen mit Gutscheinen oder per Mobile Money (Orange Money ist der De-facto-Standard in Guinea) und die Tarife werden per USSD-Codes gebucht: bei Orange *121# für Aufladungen und Aktionen und *222# für Datenpässe, alles auf Französisch. Du findest Kioske der drei Anbieter im Ankunftsbereich des Flughafens Conakry, die Öffnungszeiten hängen jedoch vom Flug ab. Wenn du zwischen diesem Weg und dem digitalen Weg schwankst, vergleiche ich das im Artikel eSIM vs. lokale SIM. Das ehrliche Fazit: Es ist die günstigste Option, die es im Land gibt, aber sie kostet dich Zeit, Französisch und einen Laden.
Die eSIM: ohne Schlangen, ohne Papierkram, ohne Ladensuche
Eine eSIM ist eine digitale SIM-Karte: Statt einer Plastikkarte installierst du ein Profil auf dem Handy, indem du einen QR-Code scannst. In Guinea nutzt sie dieselben Antennen wie die physischen Karten – normalerweise das Netz mit der besten Abdeckung im Land –, also ist die Signalqualität dieselbe; was sich ändert, ist, wie du darauf zugreifst. Wenn du noch nie eine benutzt hast, erkläre ich dir Schritt für Schritt in Was ist eine eSIM.
Die Vorteile an einem Reiseziel wie diesem sind konkret, nicht nur Werbesprüche:
- Du kommst verbunden an. Du kaufst und lädst das Profil von zu Hause per WLAN herunter und aktivierst es bei der Landung in Conakry. Bei Flügen, die spät ankommen und geschlossenen Kiosken ist das viel wert.
- Du sparst dir die Registrierung. Keine Passkopien, Formulare oder Fotos am Schalter.
- Du behältst deine deutsche Nummer aktiv für SMS von Banken und Verifizierungen, während die Daten über das guineische Profil laufen.
- Keine Überraschungen. Du zahlst einen festen Tarif im Voraus: Wenn du ihn aufbrauchst, funktioniert er nicht mehr, es wird dir nicht mehr berechnet.
Die Nachteile, denn die gibt es: Du brauchst ein eSIM-kompatibles und entsperrtes Handy, und eine Reise-eSIM gibt dir fast nie eine lokale guineische Nummer (um einen Taxifahrer oder einen Guide anzurufen, verwendest du WhatsApp, was dort ohnehin üblich ist). Und beim Bruttopreis pro Gigabyte ist eine Orange-SIM, die in Conakry gekauft wird, günstiger: Wenn deine oberste Priorität der Cent ist, das ist deine Option. Ich lasse dir die länderspezifischen Details im eSIM-Guide für Guinea, mit dem Kleingedruckten, das du dir ansehen solltest, bevor du etwas kaufst.
Wie viele GB du wirklich brauchst
Hier irren sich die meisten in beide Richtungen: Die einen buchen 1 GB für zwei Wochen und sind am vierten Tag aufgeschmissen, andere zahlen für 30 GB auf einer Reise, auf der sie die halbe Zeit ohne Empfang sind. Guinea hat eine Besonderheit, die dir in die Karten spielt: Da ein Großteil des Landes mit 3G unterwegs ist, verbrauchst du unbewusst weniger, weil Videos in niedriger Qualität abgespielt werden und die Apps sich zurückhalten.
| Reiseprofil | Dauer | Empfohlene Datenmenge | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|
| Zwischenstopp oder Geschäftsreise in Conakry | 2–3 Tage | 1–3 GB | E-Mail, Karten, WhatsApp, kurze Teams-Calls |
| Conakry + Îles de Los | 5–7 Tage | 5 GB | Navigation, Fotos in die Cloud, soziale Medien |
| Tour durchs Fouta-Djallon | 10–14 Tage | 10 GB | Offline-Karten, Messaging, Uploads, wenn Empfang da ist |
| Längerer Aufenthalt oder Remote-Arbeit | 3–4 Wochen | 20 GB oder mehr | Videoanrufe aus Conakry, Tethering für den Laptop |
Zwei Einstellungen bringen mehr als die doppelte Datenmenge. Erstens: Deaktiviere den automatischen Download von Fotos und Videos in WhatsApp. In einer aktiven Familiengruppe fressen diese weitergeleiteten Videos mehr Daten als dein eigenes Surfen. Zweitens: Lade die Offline-Karten von Conakry und dem Fouta vor Abreise herunter, zusammen mit der Offline-Übersetzung Französisch-Deutsch. Das kostet wenig Speicher und rettet dich genau dann, wenn kein Netz da ist. Damit kommen die meisten Zwei-Wochen-Reisenden locker mit 10 GB aus und sparen sich den großen Tarif, ohne ihn zu vermissen.
Region für Region: Conakry, Fouta-Djallon, Îles de Los und das Bauxit-Gebiet
Conakry. Die Hauptstadt zieht sich als lange, schmale Halbinsel von Kaloum bis Ratoma und ist die einzige Region des Landes, in der 4G Standard ist. Hier kannst du Videoanrufe führen, lokale Uber-Äquivalente nutzen und in einem Café arbeiten. Zur Rushhour, wenn die ganze Stadt auf der Fidel-Castro-Autobahn im Stau steht, ist das Netz überlastet und die Geschwindigkeit sinkt.
Fouta-Djallon. Das Herz des guineischen Trekking-Tourismus und der Grund, warum viele herkommen: Hochebenen auf 1.000–1.300 m, Schluchten aus rotem Fels und die Wasserfälle von Ditinn bei Dalaba sowie Kambadaga und Kinkon bei Pita. Man nennt die Region "das Wasserschloss Westafrikas", weil hier der Niger, der Senegal und der Gambia entspringen. Und genau hier verliert dich die Abdeckung: In Labé, Pita, Mamou und Dalaba gibt es im Ort ordentlichen Empfang, aber sobald du ins Tal absteigst, in eine Schlucht gehst oder dich einem Wasserfall näherst, fällst du auf 2G oder gar nichts zurück. Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass ein Trekking-Tag ein Offline-Tag ist.
Îles de Los. Roume, Kassa und Tamara liegen gut eine halbe Stunde mit dem Boot von Conakry entfernt – und genau wegen dieser Nähe fangen sie meist die Antennen der Hauptstadt: Normalerweise gibt es 3G und zeitweise 4G an den Stränden, die zum Festland zeigen.
Boké, Kamsar und Sangarédi. Das Land gehört zu den größten Bauxit-Produzenten der Welt, und diese Bergbauregion im Nordwesten ist für ihre Abgeschiedenheit erstaunlich gut vernetzt, weil die Betreiber die Unternehmen und ihre Mitarbeiter versorgen. Wenn deine Reise beruflich dorthin führt, hast du besseren Empfang als die meisten Touristen.
So mache ich es vor Ort
Nachdem ich mich in Ländern mit ähnlichen Netzen bewegt habe, ist das meine Routine, die mir 90 % des Ärgers erspart. Nichts Exotisches, aber es funktioniert:
- Alles schon zu Hause installieren. Datenprofil per WLAN herunterladen, Offline-Karten, Offline-Übersetzer und die Buchungen als PDF auf dem Handy. Am Flughafen von Conakry muss man nur noch aktivieren.
- Akku, Akku, Akku. Eine Powerbank mit 20.000 mAh und ein europäischer Steckeradapter Typ C/F (Guinea nutzt 220 V, europäische Stecker). Bei häufigen Stromausfällen ist Laden, wann immer es geht, halbes Überleben.
- WhatsApp ist das Telefon. Guides, Fahrer, Hotels und Agenturen arbeiten über WhatsApp. Sprachcalls über Daten sind inklusive; eine Nummer wählst du so gut wie nie.
- Zeiten durchgeben. Bevor ich ins Fouta aufbreche, schicke ich den Tagesplan an die, die in Deutschland auf mich warten, und sage Bescheid, dass ich nicht erreichbar sein werde. Das erspart unnötigen Schreck.
- Bargeld und Mobile Money. Kartenzahlung gibt es außerhalb von ein paar Hotels in Conakry praktisch nicht. Alles läuft über guineische Franc in bar und über Orange Money. Und Vorsicht bei den Scheinen: Die Beträge haben viele Nullen, da verwechselt man schnell etwas.
- Mit kurzfristigen Einschränkungen rechnen. Guinea hat in den letzten Jahren immer wieder Phasen erlebt, in denen soziale Medien und mobiles Internet bei politischen Spannungen eingeschränkt wurden. Das ist nicht die Regel, aber ein Plan B für die Kommunikation ist sinnvoll – und man sollte nicht von einer einzigen App abhängen.
Und noch ein letzter Punkt: Verlass dich nicht darauf, im Landesinneren so leicht SIM-Karten zu finden wie in Conakry. Klär die Konnektivität in der Hauptstadt oder vor dem Abflug, und widme die Bergtage den Bergen.
Häufige Fragen
Die Fragen, die mir zu diesem Reiseziel am häufigsten gestellt werden, mit direkten Antworten ohne Umschweife.
Ist Guinea dasselbe wie Guinea-Bissau oder Äquatorialguinea?
Nein. Es sind drei verschiedene Länder, und es gibt ein viertes: Papua-Neuguinea. Dieser Leitfaden behandelt die Republik Guinea, Hauptstadt Conakry, frankophon und mit eigener Währung, dem Guinea-Franc (GNF). Guinea-Bissau ist der nordwestliche Nachbar, ehemalige portugiesische Kolonie, Hauptstadt Bissau und Währung CFA-Franc (XOF). Äquatorialguinea liegt viel weiter südlich, ist spanischsprachig, hat die Hauptstadt in Malabo und verwendet den CFA-Franc Zentralafrikas (XAF). Papua-Neuguinea liegt in Ozeanien. Jedes hat seine eigenen Betreiber und Tarife. Wenn du also einen Datentarif kaufst, überprüfe, ob das ausgewählte Land "Guinea" oder "Guinea-Conakry" heißt, nicht "Guinea-Bissau" oder "Equatorial Guinea".
Funktioniert mein europäischer Roaming-Tarif in Guinea?
Nein: Guinea liegt außerhalb der EU und des EWR, also gilt "Roam Like at Home" nicht. Deine europäischen Gigas gelten hier nicht. Du landest in der teuersten internationalen Zone deines Anbieters, und ohne gebuchtes Paket wird pro Megabyte abgerechnet – zu Preisen, die die Rechnung in die Höhe treiben. Außerdem schließen viele internationale Reisepakete deutscher Anbieter Guinea nicht in ihrer Länderliste ein. Prüfe vor dem Abflug in deinem Kundenbereich, ob das Land explizit aufgeführt ist und zu welchem Preis; wenn nicht, deaktiviere mobile Daten und nutze einen lokalen Tarif oder eine eSIM.
Brauche ich meinen Reisepass, um in Guinea eine SIM-Karte zu kaufen?
Ja, die Registrierung mit einem Ausweisdokument ist nach den Vorschriften der Regulierungsbehörde Pflicht. Ausländer müssen ihren Reisepass vorlegen (Bürger der ECOWAS können ihren nationalen Ausweis verwenden). Im Laden wird ein Formular mit deinen Daten ausgefüllt, oft wird ein Foto gemacht und die Leitung auf deinen Namen aktiviert. Die Vorschriften begrenzen zudem die Anzahl auf drei SIM-Karten pro Ausweis und pro Anbieter. Der Vorgang ist schnell, wenn keine Schlange steht, aber er muss vor Ort und auf Französisch erledigt werden. Wenn du das vermeiden möchtest, erfordert eine Reise-eSIM keine lokale Registrierung, da der Tarif vor der Ankunft im Land gebucht wird.
Gibt es 4G im Fouta Djallon?
In den größeren Orten ja, auf den Wanderwegen fast nie. In Labé, Mamou, Pita und Dalaba findest du im Stadtzentrum 4G von Orange und 3G im Rest. Aber das Massiv ist reines Bergland: Sobald du in ein Tal hinabsteigst, in eine Schlucht eindringst oder dich den Wasserfällen von Ditinn oder Kambadaga näherst, fällt das Signal auf 2G oder verschwindet ganz. Plane die Trekkingtage als offline Tage: Lade die Offline-Karten am Vorabend herunter und sag deinen Kontakten Bescheid, dass du stundenlang nicht erreichbar sein wirst.
Kann ich die SIM-Karte am Flughafen Conakry kaufen?
Ja: Im Ankunftsbereich des Flughafens Ahmed Sékou Touré gibt es Stände von Orange, MTN und Cellcom. Das ist der bequemste Weg, wenn dein Flug während der Geschäftszeiten ankommt: Sie verkaufen dir die SIM, führen die Registrierung mit dem Reisepass durch und aktivieren sofort einen Datentarif. Das Risiko ist, dass die Schalter bei Nachtflügen oder Verspätungen geschlossen sein können; dann musst du bis zum nächsten Tag warten und eine Filiale in der Stadt suchen. Wenn du dieses Risiko nicht eingehen willst, kläre die Konnektivität, bevor du an Bord gehst.
Was kosten mobile Daten in Guinea?
Absolut gesehen sehr wenig: Ein Monat Daten bei Orange liegt bei etwa 50.000 GNF, also um die 5 Euro. Die kleinsten Pakete beginnen bei etwa 980 GNF pro Tag mit einer Handvoll Megabyte, und es gibt Wochenpakete ab etwa 14.000 GNF. Die Karte selbst kostet ab 5.000 GNF. Bei einem ungefähren Wechselkurs von 10.000 GNF pro Euro sind die Rechnungen rund und günstig. Deshalb bin ich ehrlich: Wenn du die absolut niedrigsten Kosten suchst, gewinnt die lokale SIM. Die eSIM gewinnt bei Zeit, Komfort und der Unabhängigkeit davon, einen offenen Laden zu finden.
Funktioniert WhatsApp gut? Gibt es Internetsperren?
WhatsApp ist das Standard-Kommunikationsmittel in Guinea und funktioniert sogar mit schwachem 3G. Guides, Hotels, Fahrer und Agenturen arbeiten darüber, und Sprachanrufe über Daten laufen gut, solange das Signal stabil ist. Allerdings gab es in den letzten Jahren vereinzelte Episoden mit Einschränkungen von sozialen Netzwerken und mobilem Internet, die mit politischen Spannungen zusammenfielen. Das ist nicht die Norm, aber es ist ratsam, sich nicht auf eine einzige App zu verlassen: Halte E-Mail, SMS mit deiner deutschen Nummer und die Telefonnummern deiner Unterkunft notiert – und zwar nicht nur auf dem Handy.
Woher weiß ich, ob mein Handy eSIM unterstützt?
Die meisten Mittel- und Oberklassegeräte, die ab 2019 auf den Markt kamen, unterstützen sie, aber das sollte man überprüfen. Beim iPhone gehst du zu Einstellungen > Allgemein > Info und suchst nach einem "EID"-Eintrag; bei Android wählst du *#06# und schaust, ob neben der IMEI eine EID-Nummer erscheint. Unterstützt wird es ab dem iPhone XS und dem Google Pixel 3 sowie von den meisten Samsung Galaxy S20 und neueren Modellen. Zwei zusätzliche Voraussetzungen: Das Handy muss entsperrt (simlockfrei) sein, und du brauchst WLAN, um das Profil herunterzuladen. Wenn dein Telefon nicht kompatibel ist, ist die Alternative die lokale physische SIM.
Fazit
Fassen wir das Wichtigste zusammen: Wir sprechen von der Republik Guinea, der mit Conakry, nicht von Guinea-Bissau oder Äquatorialguinea. Du bist außerhalb der Europäischen Union, also gilt dein europäisches Roaming nicht, und es blind zu nutzen ist der schnellste Weg zu einer unangenehmen Rechnung. Das Netz ist solide in Conakry und den Städten entlang der Hauptachse, akzeptabel auf den Îles de Los, und ausgesprochen unregelmäßig, sobald du dich ins Fouta Djallon begibst – und genau dort wirst du die besten Tage deiner Reise verbringen.
Die lokale SIM von Orange ist im Preis unschlagbar, wenn du Zeit, deinen Reisepass und ausreichend Französisch für den Schalter hast. Und wenn du lieber schon verbunden landen möchtest, ohne Schlangen und Registrierung, mit einem festen Tarif und ohne Überraschungen auf der Rechnung, dann erledigt die digitale Alternative das in fünf Minuten von deinem heimischen Sofa aus: Hier ist die eSIM für Guinea, bereit zur Installation vor dem Abflug. Was auch immer du wählst, entscheide dich vor dem Boarding und nutze die Tage in den Bergen, um die Wasserfälle zu bestaunen, nicht um nach Netz zu suchen.







